Kitas, Kindergärten, Schulen, Gymnasien, Unis. Sie alle sind gerade geschlossen. Die Corona-Krise hat mit zuerst die Lernenden und Jüngeren der Gesellschaft getroffen. Doch die Krise bringt nicht nur die Schwächen des Systems zum Vorschein, sondern zeigt uns auch einiges, was bisher als nicht oder nur schwer möglich beschrieben wurde.
Traditionellere Politiker*innen und technik-affine Menschen freuen sich über den Ausbau der Digitalisierung; was auch nicht unbedingt schlecht, aber kritisch beobachtet werden sollte. Aber es zeigt auch kleinere Ergebnisse, welche libertäre Menschen freuen könnte. So zeigt es, dass Schüler*innen auch ohne dauerhafte Aufsicht dazu in der Lage sind sich Dinge beizubringen, selbst wenn sie fern von einem gemeinsamen Lernort sind. Dies war bereits vorher bekannt in Form von Tages- oder Wochenplänen, zeigt sich jetzt aber bei fast allen Schüler*innen. Wir können ohne Lehrer*innen lernen! (Manche mag es Überraschen) Aber die Krise zeigt natürlich noch mehr; wie wichtig es ist eine Person zu haben die, wenn sie schon etwas beibringen, Ahnung von dem Thema haben und vorher, selbst wenn nur durch einen Kurs, gelernt haben (jüngeren) Menschen etwas beizubringen. Eltern im Homeoffice sind keine vernünftigen Ersatz-Lehrer*innen. Und noch eine dritte Sache zeigt sich, nämlich wie relevant der Ort Schule als ein gemeinsamer Lernort ist. Dort wo Lernende ungefähr des gleichen Alters, sozialen Klassen übergreifend zusammenkommen, sich direkt austauschen können. Die fehlende Nähe an sozialen Kontakten macht sich bei allen unterschiedlich stark bemerkbar. Dabei muss angemerkt werden, dass die Schule für manche Menschen ein Ort ist ohne gewalttätige oder alkoholisierte Eltern. Ein gewisser Fluchtort. Und natürlich ein Ort wo mensch beschäftigt ist, mit Freund*innen, neuen Informationen und den ganz eigenen Schulkosmos.
Doch der kleine Rahmen an Selbstorganisation und häufiger auch ohne Notendruck und der Möglichkeit die Themen auf eigene Weise und im eigenen Tempo zu lernen, wird wieder verschwinden. Dabei sollten wir uns versuchen daran zu erinnern, auch wenn es irgendwann wieder zurück zur Schule geht. Wir sollten überlegen was gut und schlecht war, was wir behalten wollen und wie wir dies erreichen können. Was sind unsere Möglichkeiten? Wir können in unseren Klassen einiges bewegen
Get organized